Fragen und Antworten

Hier finden Sie Informationen zu den Besonderheiten von Bioland-Erzeugnissen. Klicken Sie sich durch unsere Fragen und Antworten. Gern können Sie uns auch direkt ansprechen.

Allgemeines zu Bioland

  • Was bedeutet der Code auf dem Ei?

    Der Code gibt an, woher das Ei kommt. Gleich an der ersten Nummer kann der Verbraucher erkennen, wie das Huhn lebt. Bei Eiern von Bio-Bauernhöfen steht eine 0, bei Eiern aus einer Freilandhaltung steht eine 1, bei Bodenhaltung eine 2 und bei reiner Käfighaltung eine 3. Nach der Ziffer für die Haltungsform finden Sie auf dem Ei die beiden Buchstaben des Herkunftslandes. „DE“ steht für Deutschland. Danach folgen zwei Zahlen, die jeweils für ein Bundesland stehen. Niedersachsen hat zum Beispiel 03, Bayern 09 und Sachsen die 14. Anschließend kommen vier Ziffern – das ist die Nummer des landwirtschaftlichen Betriebs. Die letzte Ziffer auf dem Ei gibt sogar den Stall des Betriebs an, in dem das Huhn wohnt – seine ganz genaue Adresse also!

    Nehmen wir einmal an, auf Ihrem Ei steht 0-DE–09 3467 2. Das heißt nun also: Es ist ein Bio-Ei (0) aus Deutschland (DE), genauer gesagt aus Bayern (09), und es kommt von einem Huhn des Bauernhofs mit der Nummer 3467, aus dem Stall Nr. 2.

    Fragen Sie sich wo das Huhn lebt, das Ihr Ei gelegt hat? Dann geben Sie doch Ihren Eier-Code in das Suchfeld in der Seitenspalte ein.

  • Was tut Bioland gegen das Töten männlicher Küken?

    Zum Hintergrund: Für die Hähnchenmast und die Legehennenhaltung gibt es jeweils spezielle Zuchtlinien (Hennen, die viele Eier legen und Masthühner, die viel Fleisch ansetzen). Das bedeutet, dass männliche Tiere aus der Legehennenzüchtung aus wirtschaftlichen Gründen nicht zur Mast geeignet sind und in den Brütereien getötet werden.

    Das Grundsatzproblem ist, dass die heutigen Hybridrassen fast ausschließlich auf Höchstleistung und auf die Bedingungen der konventionellen Landwirtschaft gezüchtet werden. Die Zuchtlinien entsprechen oft nicht den speziellen Anforderungen der ökologischen Tierhaltung. Weil für die Entwicklung von Tierrassen bzw. Zuchtlinien jahrelange Züchtungsarbeit erforderlich ist, lässt sich dieser Prozess allerdings nur in kleinen Schritten ändern.

    Das Kernproblem für die Biogeflügelhaltung ist nun, dass die Züchtung weltweit in der Hand von nur wenigen Zuchtunternehmen liegt, die fast ausschließlich die oben genannten Hybridrassen anbieten. Mit Hybridtieren können Geflügelhalter jedoch keine eigene Nachzucht aufbauen. Daher besteht momentan bei den Bio-Geflügelbetrieben eine Abhängigkeit von den Monopolisten.

    Bioland arbeitet jedoch daran, dies zu ändern. Es gibt bei Bioland bereits eine Reihe von Maßnahmen für dieses Problem:

    Zucht eigener Geflügelrassen: Bioland und Demeter haben gemeinsam die „Ökologische Tierzucht gGmbH“ gegründet. Diese sorgt für eine wichtige Weichenstellung, um die zuchtbedingten Probleme in der ökologischen Eierproduktion und bei der Hähnchen-Mast zu lösen. Die „Ökologische Tierzucht gGmbH“ arbeitet an der eigenständigen Züchtung robuster Rassen, die sich für die ökologischen Haltungs- und Fütterungsbedingungen besonders eignen. Ebenso ist es das Ziel, ein Zweinutzungshuhn zu entwickeln, um dem Töten männlicher Legehennen-Küken ein Ende zu setzen. Die Züchtungsarbeit findet in enger Kooperation mit den ökologischen Praktikerinnen und Praktikern aus Brütereien, Elterntierhaltung, Aufzucht sowie den bereits bestehenden Züchtungsprojekten der Verbände statt. www.oekotierzucht.de

    Zweinutzungsrassen: Das sind Rassen, die sowohl Fleisch ansetzen als auch Eier legen. Es gibt also keine Aufteilung in reine Mast- oder Legehühner. Bioland-Erzeuger engagieren sich in der Haltung alter Zweinutzungsrassen wie den Sulmtalern. Zweinutzungshuhnrassen führen in der Haltung zu einem wesentlich höheren Eierpreis, da sie viel weniger Eier legen.

    Verlängerung der Lebenszeit der Hennen: Statt nur eine Legeperiode wie derzeit üblich legen die Hühner in einigen Bioland-Betrieben länger Eier. Sie werden also auch noch nach der Mauser gehalten (die Mauser ist wie eine Art Zykluspause - die Tiere wechseln ihr Federkleid und machen eine Pause mit dem Eierlegen). Weil der Bauer die Tiere länger nutzt, braucht er nicht so schnell neue Hühner. Somit werden weniger männliche Küken getötet.

    Mast männlicher Tiere: Bioland-Betriebe unterstützen die Bruderhahn-Initiative: Für jedes Bruderhahn-Initiative-Ei wird im Laden ein Zuschlag von 4 Cent veranschlagt. Diese 4 Cent werden zu 100% für die Aufzucht der Brudertiere und deren Vermarktung verwendet. So können alle Brudertiere aufgezogen werden, deren Schwestern für die Projektteilnehmer Eier legen. Darüber hinaus setzt sich die Initiative gemeinsam mit dem Tierzuchtfonds in der Zukunftsstiftung Landwirtschaft für eine nachhaltige und ökologische Geflügelzucht ein.
    www.bruderhahn.de

    Der Kükengroschen: Ziel des Geschwisterkükenfonds des Bioland e.V. ist es, durch Aufzucht von Geschwisterküken zur Fleischerzeugung das Töten von männlichen Eintagsküken aus der Legehennen-Hybridzucht zu vermeiden und neue Absatzpotenziale für diese Tiere zu erschließen. Das konkrete Anliegen ist, Alternativen zur aktuellen Legehennenpraxis und Züchtungsansätze zu fördern und der derzeit ethisch problematischen Situation des Kükentötens entgegenzutreten. Im Rahmen der Beitragsordnung wird daher vom Bioland Verband seit Mitte 2012 ein zusätzlicher Beitrag in Höhe von 0,10 Euro – der Kükengroschen – von den Junghennenaufzüchtern bzw. Legehennenhaltern eingenommen. Diese Mittel stellen das Budget dar, worüber jährlich entsprechende Projekte unterstützt werden sollen.

  • Welche Vorgaben hat Bioland beim Einsatz von Hybridsaatgut?

    Der Begriff Hybrid bedeutet etwas Gekreuztes. Bei Hybriden ist es so, dass zunächst spezielle Elternlinien entwickelt werden – die so genannten Inzuchtlinien. Diese beiden Eltern werden dann miteinander gekreuzt.  Es entsteht eine Sorte, welche die gewünschten Merkmale unter Umständen besser beinhaltet als die jeweiligen Elternlinien oder durch den so genannten Heterosis-Effekt sogar noch übertrifft. Beispielsweise wird eine Gemüsesorte mit guter Fruchtbildung und eine Gemüsesorte mit guter Standfestigkeit miteinander gekreuzt. Es entsteht dann eine Gemüsesorte hoher Qualität und reicher Ernte. So hat die neue Hybrid-Pflanze die positiven Eigenschaften der „Eltern“-Pflanze.

    Hybride haben für Landwirte den Nachteil, dass  sie zwar fertil, also fruchtbar sind, aber sie vererben die Eigenschaften nicht einheitlich an die Nachkommen . Um den geringeren Ertrag zu vermeiden, müssen die Landwirte regelmäßig neues Hybridsaatgut kaufen. Gleichzeitig machen sie sich von den Saatgutunternehmen abhängig, weil sie kein eigenes Saatgut mehr produzieren können. Oftmals ist die arbeitsteilige Saatgutproduktion jedoch gewollt und im Sinne der Landwirte und Gärtner. Auch um keine Krankheiten wie Virosen über das Saatgut zu vermehren. Der Nachbau von Saatgut durch die Landwirte im eigenen Betrieb ist bei Getreide und Leguminosen verbreitet. Bei Gemüse und vielen anderen Kulturen nicht. Jedoch ist es wichtig, dass sich Landwirte an einem funktionierenden Saatgutmarkt mit vielen Anbietern bedienen können.

    Im Biolandbau sollen bevorzugt Pflanzensorten verwendet werden, die fruchtbar sind und ihre Eigenschaften weitergeben. Andere Anforderungen sind eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge sowie ausreichende und sicherer Erträge. Außerdem sollen die Pflanzensorten an den Boden und das Klima der jeweiligen Region angepasst sein. Bei Bioland ist Hybridsaatgut und –pflanzen erlaubt. Wenn verfügbar, muss Saatgut aus zertifizierter ökologischer Vermehrung sein.

    Nur, wenn ökologisches Saat- und Pflanzengut nicht ausreichend zur Verfügung steht, können Erzeuger mit einer Ausnahmegenehmigung auf konventionelles Saatgut zurückgreifen. Jungpflanzen müssen immer aus Bio-Vermehrung stammen. Die Verwendung von CMS-Hybriden, die aus Cytoplastenfusion hervorgegangen sind, ist im Gemüsebau nicht zulässig.

    Zusatzinformation: Hybride sind im Handel nicht immer erkennbar. Wenn man den Sortennamen kennt, lässt das Kürzel „F1“ nach dem Sortennamen auf Hybridsaatgut schließen.

  • Wo kann ich Bio-Saatgut und seltene Sorten kaufen?

    Viele Bioland-Gärtnereien bieten Bio-Jungpflanzen und Bio-Saatgut an. Wir haben Ihnen einige Gärtnereien aufgelistet. Gerne können Sie sich bei Fragen auch an Ihre Bioland-Gartenbauberatung wenden.

    Die Liste erhebt kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Bioland-Gärtnereien in Ihrer Umgebung finden Sie auf unserer Homepage in der interaktiven Karte www.bioland.de.

    Bio-Gärtnerei Watzkendorf
    17237 Blankensee/Watzkendorf
    Tel 0049 (0)39826 -12365 / biogaertnerei(at)gmx.de
    Sortiment für Gemüse und Kräuter
    Liefergebiet: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt

    Kräuter-Simon
    Strengweg 1
    25842 Langenhorn
    http://www.kraeuter-simon.com/
    Kräuter, Duftpflanzen, Raritäten, Gemüse. Auch Versand.

    Homann, Michael  
    27337 Blender
    www.homann-biopflanzen.de / kontakt@Homann-Biopflanzen.de
    Sortiment für Gemüse auch Zierpflanzen und Kräuter
    Liefergebiet: Niedersachsen, SH und angrenzende Gebiete

    Herbs
    Stedinger Weg 16
    27801 Dötlingen OT Nuttel
    http://www.herb-s.de
    Kräuter, Wild- und Zierstauden

    Bioland Hof Jeebel
    Jeebel17
    29410 Salzwedel OT Jeebel
    http://www.biogartenversand.de/
    Gemüse, Kräuter, Blumen, Sortenraritäten, Gründung, Getreide, Gräser, Saatgut für die Herbstsaat, Saatbänder und Saatscheiben

    Meyers Garten
    Langenkampsweg 1
    29690 Schwarmstedt-Grindau
    http://www.meyers-garten.de
    Zierstauden, Kräuter, Ziergräser

    Beringmeier Öko-Shop
    Rauchstr. 37
    34454 Bad Arolsen
    http://www.oeko-saatgut-shop.de
    Gründung, Hülsenfrüchte, Gemüse, Kräuter

    Bioland-Mühlenbachhof
    Föckinghauser Weg 9
    49324 Melle
    Vermarktung über: www.bio-saatgut.de / muehlenbachhof@ngi.de
    Biologisches Saatgut aus langjähriger Sortenentwicklung, Gemüse, Kräuter, Blumen, alte und seltene Kulturpflanzen

    Kräuterei Lützel
    Im Stillen Winkel 5
    57271 Hilchenbach-Lützel
    http://www.kraeuterey.de
    Kräutersamen und –pflanzen

    Natterer, Uli
    71665 Vaihingen/Enz
    Tel 0049 (0)7042 -12343 / info(at)natterer-bioland.de
    Sortiment für Gemüse und Kräuter

    Gaiser & Fischer
    72141 Walddorfhäslach
    www.gaiser-fischer.de / info(at)gaiser-fischer.de
    Sortiment für Gemüse und Kräuter

    Schlosser, August
    73489 Jagstzell
    Tel 0049 (0)7967 -6854 / gruenerlei(at)t-online.de
    Sortiment für Gemüse und Kräuter

    Bioland Jungpflanzen Bärthele
    78479 Reichenau
    Tel 0049 (0)7534 -7667 / info(at)bioland-baerthele.de
    www.bioland-baerthele.de 
    Sortiment für Gemüse und Kräuter mit Veredelung

    Huthmann, Stefan
    79356 Eichstetten
    Tel 0049 (0)7663 -949379 /  freilandstauden(at)web.de
    Stauden: Jung-, Mutter- und Teilpflanzen, sowie Kräuterjungpflanzen

    Hoch-Reinhard, Jürgen
    Untere Letten 3
    79592 Fischingen
    www.hoch-reinhard.de/ gaertnerei(at)hoch-reinhard.de
    Sortiment für Gemüse und Kräuter

    Bioland Hof Berggarten
    Lindenweg 17
    79737 Herrischried
    http://www.hof-berggarten.de
    Gemüse, Blumen, Kräuter, Heilkräuter

    Bayrhof, Dieter
    87439 Kempten
    Tel 0049 (0)831 -94795 / dieter(at)bioland-bayrhof.de
    Sortiment für Gemüse und Kräuter, mit veredelten Gurken

    Mayer, Franz
    88074 Meckenbeuren
    www.bio-mayer.de / info(at)bio-mayer.de
    Sortiment für Gemüse und Kräuter

    Gaissmayer, Dieter
    89257 Illertissen
    www.gaissmayer.de
    Stauden

    Ell, Maria und Franz
    90427 Nürnberg-Neunhof
    Tel 0049 (0)911 -303701 / ell(at)odn.de
    Stauden: Mutter-, Jung- und Teilpflanzen

    Bioland Gärtnerei Haas
    Obere Leberklinge 26
    97877 Wertheim
    http://www.bioland-gaertnerei-haas.de
    Tomatenangebot mit über 250 verschiedenen Sorten

    Die Übersicht im PDF-Format mit weiteren Bio-Gärtnereien und Bio-Versandhändlern finden Sie hier.

  • Warum ist Gentechnik im Biolandbau nicht zulässig?

    Genetisch veränderte Organismen (GVO) und deren Produkte sind mit der ökologischen Wirtschaftsweise unvereinbar. Die Erzeugnisse, die gemäß den Bioland-Richtlinien erzeugt werden, werden ohne Verwendung von genetisch veränderten Organismen und/oder GVO-Produkten hergestellt.

    Nachhaltiges Wirtschaften ist das Grundprinzip der Bioland-Bauern. Sie pflegen einen ganzheitlichen Umgang mit der Natur. Die Gentechnik mit ihren unkontrollierbaren Risiken ist daher tabu. Einmal ausgebracht sind gentechnische Veränderungen nicht mehr rückholbar. Landwirte und Verbraucher können nicht mehr frei wählen, wenn Saatgut, Pflanzen und Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Organismen verunreinigt sind.

    Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Flyer „Biolandbau – natürlich ohne Gentechnik (1,9 MB)". Weitere Informationen zum Thema haben wir Ihnen unter unseren Bioland-Themen zusammengestellt.

  • Wie funktioniert eine Bioland-Kontrolle?

    Nur wer die strengen Bioland-Richtlinien einhält, bekommt das Bioland-Zertifikat. Die Bioland-Richtlinien stellen die Grundlage der Erzeugung und Verarbeitung von Bioland-Erzeugnissen dar und beruhen auf der EU-Öko-Verordnung. Betriebe, die unter diesem Standard wirtschaften, dürfen das Bioland-Siegel verwenden. In vielen Punkten, wie z.B. in der Zahl zugelassener Zusatzstoffe, gehen die Bioland-Richtlinien über die gesetzlichen Mindeststandards der EU-Öko-Verordnung hinaus. Alle Bioland-Bauern und Verarbeiter werden auf die Einhaltung beider Richtlinien/Standards geprüft: Die Kontrollen führt eine der insgesamt 23 staatlich zugelassenen unabhängigen Kontrollstellen durch.

    Kontrollsystem:
    Im Rahmen dieses Kontrollsystems müssen die Bioland-Erzeuger und Verarbeiter ganzjährig alle Bewirtschaftungsmaßnahmen und Verarbeitungsprozesse dokumentieren und in das Betriebsprotokoll eintragen. Auf dieser Grundlage werden die Betriebe von den Kontrolleuren auf die Einhaltung der Richtlinien überprüft. Sofern die Betriebe die Richtlinien einhalten, bekommen sie das Bioland-Zertifikat für ein Jahr.
    Die strengeren Anforderungen und Kontrollinhalte bieten eine zusätzliche Sicherheit und unterstützen die hohe Glaubwürdigkeit der Marke Bioland.

    Ablauf der Kontrolle

    • Schriftliches Ausfüllen des Betriebsprotokolls. Hierbei handelt es sich um einen Fragebogen, bei dem z.B. Zukauf, Qualität und Menge der Futtermittel, Bestand und Neuzugänge der Tiere, Flächengröße und angebaute Kulturen angegeben werden müssen.

    • Ein Kontrolleur einer staatlich anerkannten und unabhängigen Kontrollstelle besichtigt den Betrieb und kontrolliert ihn anhand verschiedener Parameter, wie eingesetzte Betriebsmittel, Kennzeichnung der Ware, Tierhaltung, Fruchtfolge etc.

    • Anhand des Betriebsprotokolls und des Kontrollbesuches wird ein Kontrollbericht erstellt.

    • Mit den vorliegenden Informationen entscheidet die Anerkennungskommission jährlich auf Grundlage des Sanktionskataloges über Hinweise, Abmahnungen und Sanktionen. Auch der Entzug des Siegels ist möglich.


    Notwendige Unterlagen und Informationen vom Betrieb

    • Bioland-Betriebe müssen über alle Punkte, die von den Richtlinien betroffen sind, z.B. bewirtschaftete Flächen, Haltung, Vermarktung etc., genaue Aufzeichnungen führen.


    Recht zur Einsicht von Unterlagen und Zutrittsrecht

    • Die Prüfung des Betriebes oder die Einsicht in die Bücher ist den zuständigen Mitarbeitern oder Beauftragten von Bioland zu gewähren.

  • Wo kann ich Bioland-Milch aus mutter- oder ammengebundener Kälberhaltung kaufen?

    Zum Hintergrund: Grundsätzlich wird in der Landwirtschaft zwischen Mutterkuhhaltung und Milchviehhaltung unterschieden. Bei der Mutterkuhhaltung werden die Kälber meist bis zu zehn Monaten bei der Mutter gehalten. Hier geht es um Fleischproduktion. In der Milchviehwirtschaft hingegen steht die Mehrzahl der Milchbauern vor der Notwendigkeit, die Kälber früh von ihrer Mutter zu trennen, da sie die Milch für die Humanversorgung melken und die Kühe durch jahrzehntelange Zucht auf Milch deutlich mehr Milch geben, als das Kalb trinken kann. Die Kälber bleiben nach der Geburt ein bis drei Tage bei der Mutter. In dieser Zeit erhalten sie die sogenannte Biestmilch bzw. Kolostralmilch, die sich durch einen hohen Wirk- und Nährstoffgehalt und vor allem durch einen hohen Gehalt an Abwehrstoffen auszeichnet. Im Anschluss erhalten Sie über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten betriebseigene Milch oder Milch von anderen Bio(land)-Betrieben.

    Aus arbeitstechnischen und wirtschaftlichen Gründen ist derzeit ein längerer Verbleib der Kälber als zwei bis drei Tage bei ihrer Mutter kaum möglich. Die Kühe gäben deutlich weniger Milch beim Melken, wenn die Kälber den ganzen Tag von ihnen trinken würden. Zudem würden die Kälber mitlaufen, wenn die Kühe zum Melken in den Melkstand gebracht werden. Dies kann zu Verletzungen führen. Des Weiteren sind die Ställe in der Regel nicht darauf ausgelegt, die Kälber unterzubringen. Und auch in den Liegeboxen der Kühe ist nicht genug Platz für Kalb und Kuh. Aus diesem Grund werden in der Milchviehhaltung nur auf sehr wenigen Betrieben Kälber direkt an ihrer Mutter großgezogen. Einige praktizieren jedoch die Ammenaufzucht, bei der drei bis vier Kälber von einer meist älteren Milchkuh versorgt werden. Der größte Teil der Kälber wird in den ersten Lebenswochen in Iglus gehalten. Diese Haltungsform hat für die Kälber gesundheitliche Vorteile, das sie so in dieser sehr empfindlichen Phase einem geringeren Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

    Anschließend ist ab der zweiten Lebenswoche Gruppenhaltung auf Stroh sinnvoll und Standard bei Bioland. Die Flächenanforderungen für alle Tiere gehen im Biolandbau deutlich über die konventionellen Anforderungen hinaus.

    Hier eine Auswahl an Bioland-Betrieben, die mutter- oder ammengebundene Kälberaufzucht betreiben:

    Biolandhof Strotdrees
    Im Witten Sand 20
    33428 Harsewinkel
    info(at)biolandhof-strotdrees.de
    www.biolandhof-strotdrees.de  

    Bio-Agrar-Meyer-GbR
    Höringhauser Weg 2
    34513 Waldeck - Dehringhausen  

    Biolandhof Dihlmann
    Straße der Freundschaft 22
    39606 Busch
    info(at)gut-busch.de, www.gut-busch.de

    Markushof
    Ortsstr.8
    69226 Nußloch-Maisbach  

    Biolandhof "Die Milchstraße"
    Längstalstraße 3
    74219 Möckmühl-Bittelbronn  

    Hof Gasswies
    Wutöschinger Straße 4
    79771 Klettgau - Rechberg
    info(at)hof-gasswies.de, www.hof-gasswies.de  

    Biohof Oberschwaben
    Heggbach 2
    88437 Maselheim
    biohofoberschwaben(at)googlemail.com    

    Biolandhof Schelkle auf dem Schupfenberg
    Schupfenberg 10
    88524 Uttenweiler
    info(at)biolandhof-schelkle.de

    Weitere Informationen über Bioland-Milchvieh finden Sie hier.

    Weitere Informationen über Bioland-Milch finden Sie hier.

  • Ist das Anbinden von Milchvieh auf Bioland-Betrieben erlaubt?

    Artgerechte Tierhaltung ist das Ziel auf jedem Bioland-Betrieb. Arteigenes Verhalten wie das Bewegungs- und Fortpflanzungsverhalten wird von den Betrieben weitestgehend ermöglicht. Die Tierhaltung gewährleistet so weit wie möglich das Ruhe- und Sozialverhalten sowie die natürliche Nahrungsaufnahme. Stallungen müssen so gestaltet sein, dass jedes Tier zu jeder Zeit einen trockenen, sauberen und eingestreuten Liegeplatz zu Verfügung hat. Alle Tiere liegen gemeinsam und können ungehindert und schmerzfrei abliegen und aufstehen. Dafür wurde der Tierbesatz in alten Ställen angepasst und bauliche Veränderungen für ein größeres Tierwohl durchgeführt.

    Im Sommer herrscht Weidepflicht. Das Anbinden der Tiere über die komplette Winterzeit ist auf allen Bioland-Betrieben verboten. Bis zum 31.12.13 galt für die Betriebe mit Anbindehaltung eine Übergangsfrist, die nun ausgelaufen ist. Seit dem 01.01.2014 dürfen nur noch Kleinbetriebe mit maximal 35 Großvieheinheiten ihre Tiere anbinden. Das ist jedoch nur temporär erlaubt. Die Tiere müssen stets über einen Laufhof im Freien verfügen. Die Tiere müssen an mindesten zwei  Tagen in der Woche und jeweils für mindestens eine Stunde Auslauf im "Winterauslauf" erhalten. In der Praxis werden die Ausläufe jedoch täglich genutzt.

  • Warum sind Bioland-Erzeugnisse teurer?

    Dass Bioprodukte teurer sind, ist nur die halbe Wahrheit. Eigentlich sollte man sich fragen, warum Lebensmittel aus der konventionellen Landwirtschaft so viel billiger sind.
    Die konventionelle Landwirtschaft ist Mitverursacher großer ökologischer Probleme, angefangen von Gewässerverschmutzung durch chemische Dünger und Pestizide bis zu Bodenverarmung und Gefährdung nützlicher Insekten. Die Liste der negativen Auswirkungen ist lang. So fallen bei der konventionellen Bewirtschaftung immense Umweltkosten, sogenannte externe Kosten an, die durch den Steuerzahler abgedeckt werden und sich im Supermarktpreis der Lebensmittel nicht mehr bemerkbar machen.
    Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft, wird bei der ökologischen Bewirtschaftung versucht die negativen Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Wären die Subventionen stärker an positive Umweltleistungen gebunden, könnten auch ökologisch erzeugte Lebensmittel etwas günstiger sein.
    Bioland-Erzeugnisse haben also einen höheren Preis, weil

    • im ökologischen Pflanzenbau auf chemische Hilfsmittel verzichtet wird. Dadurch entsteht ein höherer Arbeitszeitaufwand.

    • der Bioland-Bauer auf chemischen Pflanzenschutz und Mineraldünger verzichtet. Dadurch hat er geringere Erträge.

    • die Tierhaltung kostenintensiver ist. Diese Kosten entstehen durch die Versorgung mit Bio-Futter und der artgerechten Tierhaltung, die mehr Platz pro Tier und eine längere Lebenszeit der Tiere beinhaltet.

    Lesen Sie dazu auch unser "Bioland informiert" "Warum sind Bioland-Produkte teurer?" (86 KB)

Verarbeitung

  • Wie steht Bioland zu Zusatzstoffen in Lebensmitteln?

    Längst nicht alle Zusatzstoffe, die gesetzlich erlaubt sind, dürfen bei Bioland-Produkten eingesetzt werden. Unter anderem sind Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel (Ausnahme geschwefelter Wein) tabu.
    Zusatzstoffe werden vor ihrer Anwendung auf folgende Kriterien überprüft:

    • Kann auf den Zusatzstoff verzichtet werden?

    • Gibt es Anzeichen für eine Gesundheitsgefährdung?

    • Ist eine Verbrauchertäuschung durch den Zusatzstoff zu erwarten?

    Erst wenn alle drei Fragen mit einem klaren “Nein” beantwortet werden, darf ein Zusatzstoff auch in einem Bioland-Lebensmittel verwendet werden. Dazu werden regelmäßig unabhängige, kritische Ernährungswissenschaftler und Verbraucherverbände befragt werden. Hier finden Sie eine aktuelle Liste der bei Bioland erlaubten Zusatzstoffe (83 kB).

    Hinweis: In der deutschen Lebensmittelherstellung sind laut Gesetz ca. 316 Zusatzstoffe zugelassen. Die EU-Öko-Verordnung erlaubt 49 dieser kleinen Helfer. Viele Zusatzstoffe gelten nicht nur als gesundheitlich bedenklich, sondern sind mittlerweile gentechnisch hergestellt. Daher setzt Bioland nur 24 als unbedenklich eingestufte Zusatzstoffe ein. Diese müssen außerdem frei von gentechnisch veränderten Organismen sein.

    Lesen Sie dazu auch unser "Bioland informiert" Zusatzstoffe in Lebensmitteln (104 KB).

  • Warum ist nach Bioland-Richtlinien der Einsatz von Nitritpökelsalz in Wurstwaren verboten?

    Der gesetzlich zugelassene Gehalt an Nitrit in Wurstwaren gilt heute unter Experten zwar nicht mehr als gesundheitlich bedenklich, Bioland hält jedoch aus Vorsorgegründen an dem Verbot von Nitritpökelsalz (NPS) fest. Denn Rest-Nitrit-Gehalte in Wurstwaren können durch Erhitzung in der Speisenzubereitung zur Bildung krebserregender Nitrosamine führen. Herkömmliches Nitritpökelsalz wird chemisch-synthetisch im so genannten Haber-Bosch-Verfahren gewonnen. Nitritpökelsalz wird verwendet, weil es die Wurst röter aussehen lässt und sie auch etwas länger haltbar macht. Nach der EU-Öko-Verordnung ist NPS zugelassen. Bioland hat ein Gemüsepräparat zur Rotfärbung von Wurst entwickelt. Dabei wird kein chemisch-synthetisch hergestelltes Natriumnitrit eingesetzt. Im Verarbeitungsprozess entstehen jedoch geringe Mengen an pflanzlichem Nitrat, dieses lässt die Wurst ebenfalls rötlich erscheinen.

    Weitere Informationen finden Sie auch im <media 6223 _blank pdf-link "PDF Link">Hintergrundpapier zum BVG-Urteil</media> vom 10.12.2015

  • Wird Bioland-Milch homogenisiert?

    Bioland-Bauern und -Molkereien bieten sowohl homogenisierte als auch nicht homogenisierte Milch an. Die Homogenisierung von Trinkmilch muss deklariert werden.

    Bei Bioland-Betrieben, die ihre eigene Milch ab Hof verkaufen ist die Milch in der Regel nicht homogenisiert, da das Verfahren für kleine Milchmengen zu aufwändig und teuer ist. Um auf Nummer sicher zu gehen, fragen Sie Ihren Bioland-Bauern am besten noch mal persönlich.

    Mehr zu Bioland-Milch erfahren Sie hier.

  • Warum produzieren Bioland-Molkerein auch ESL-Milch?

    Bioland ist es grundsätzlich wichtig, dass der Kunde beim Einkaufen die Wahl hat, zu entscheiden, was er in seinen Einkaufswagen legt.
    Bei Milch haben Sie die Wahl zwischen Frischmilch, H-Milch und ESL-Milch in Bioland-Qualität. ESL steht für "extended shelf life" und bedeutet so viel wie "längere Haltbarkeit im Regal". ESL-Milch ist also eine gute Alternative zu H-Milch.

    Es gibt verschiedene Verfahren um ESL-Milch herzustellen:

    • indirekte Erhitzung: Dabei wird die Milch indirekt über Röhren, in denen sich heißes Wasser befindet, für 3-5 Sekunden auf eine Temperatur von 125 °C erhitzt.

    • Injektionserhitzungsverfahren: In die Milch wird 125 °C heißer Dampf geblasen, für 1 bis 1,5 Sekunden wird die Milch dadurch erhitzt.

    • Mikrofiltration: Dabei wird die Milch wie bei der Pasteurisation für 15-30 Sekunden auf 72 °C erhitzt, anschließend statt mit Hitze durch die Filtration von speziellen Bakterien befreit und ist dadurch länger haltbar.


    Unsere Nachfragen bei den Bioland-Molkereien ergaben, dass folgende Mitgliedsbetriebe ausschließlich Bioland-Frischmilch und keine ESL-Milch herstellen. Diese wird für ca. 10 Sekunden bei 72 °C pasteurisiert:

    • Söbbeke

    • Upländer

    • Weideglück

  • Warum enthalten Bioland-Erzeugnisse Jod?

    Für Nutztiere sind Bedarfsmengen für Jod festgelegt, die eine Jod-Unterversorgung verhindern sollen, da Jodmangel auch bei Tieren zu Gesundheitsschäden führen kann. Der Zusatz des Spurenelements Jod ist sowohl nach der EG-Öko-Verordnung als auch nach den Bioland-Richtlinien zugelassen. Wir orientieren uns an den Versorgungsempfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE). Diese empfiehlt zur Versorgung von Milchkühen 0,50 mg Jod/kg Futter Trockensubstanz.
    In der Praxis wird den Mineralstoffmischungen eine der Versorgungsempfehlung entsprechende Jodmenge in Form von Calciumjodat oder Kaliumjodid zugesetzt. Die Jodzufuhr kann auch in Form von Salzlecksteinen oder Algenkalk erfolgen.
     Eine Zitzenbehandlung mit Jod vor dem Melken ist verboten, nur nach dem Melken werden bei Bedarf zur Euterdesinfektion die Zitzen mit Jod gedippt.

    Eine Anfrage bei diversen Bioland-Molkereien hat ergeben, dass die aktuellen Jodgehalte in der Bioland-Milch sowie in Milcherzeugnissen in der Regel nicht erfasst werden.

  • In welcher Form kommt das Jod in die Bioland-Produkte und ist die Verwendung gekennzeichnet?

    Die Bioland-Verarbeitungsrichtlinien erlauben Verarbeitern die Verwendung von Jodsalz. Konkret zugelassen sind:

    • Meersalz

    • Speisesalz (vorzugsweise Steinsalz)

    Beides ist auch jodiert zugelassen, jedoch möglichst ohne Zusatz von Rieselhilfsmitteln (als Rieselhilfsmittel sind nur Calciumkarbonat (E 170) und Magnesiumkarbonat (E 504) zulässig).

    Somit ist es den Bioland-Betrieben selbst überlassen, über eine Jodierung ihrer Lebensmittel zu entscheiden. Die Bioland-Richtlinien schreiben vor, dass die Verwendung von Jodsalz deutlich zu kennzeichnen ist. Dies gilt insbesondere für den Ladenverkauf von loser Ware wie Backwaren und Fleischerzeugnisse, zumal bei verpackter Ware die Deklaration von Jodsalz im Zutatenverzeichnis gesetzlich vorgeschrieben ist.

  • Warum ist die Bestrahlung von Lebensmitteln bei Bioland nicht erlaubt?

    Seit 2000 dürfen in Deutschland getrocknete aromatische Kräuter und Gewürze nach einer Bestrahlung zum Verkauf angeboten werden. Ist ein Lebensmittel bestrahlt, beziehungsweise enthält es bestrahlte Komponenten, so muss dies in der gesamten EU durch den Zusatz „bestrahlt“ oder „mit ionisierenden Strahlen behandelt“ in der Zutatenliste gekennzeichnet sein. Eine Bestrahlung soll Lebensmittel durch die Abtötung von Keimen und Insekten länger haltbar machen sowie vor Infektionskrankheiten schützen. Vorteile dieser Behandlung ergeben sich jedoch ausschließlich für die Industrie und nicht für die Verbraucher. So könnte die Industrie versuchen, vorhandene Hygienemängel in der Produktion und Verarbeitung durch die Bestrahlung auszugleichen. Durch die längere Haltbarmachung kann dem Konsumenten zudem eine nicht mehr vorhandene Frische vorgetäuscht werden. Der Verlust strahlungsempfindlicher Vitamine oder die Bildung von freien Radikalen sind weitere Nachteile für den Verbraucher. Die Bestrahlung zählt, neben der Gentechnik, zu einer nach wie vor umstrittenen Technologie, die gänzlich im Widerspruch zu den Bioland-Grundsätzen steht.

    Hinweis: Gemäß den Bioland-Richtlinien (Richtlinie 6, Lagerung) ist die Anwendung von ionisierender Strahlung untersagt.