15.05.2014 Mainz

Statement

Umsetzung EU-Agrarreform in Deutschland: Greening droht zu scheitern

Statement von Jan Plagge, Präsident von Bioland zur Einigung der Agrarpolitiker von CDU und SPD zum Greening:

„Die Umweltpolitiker von CDU und SPD sind nun gefordert, den faulen Kompromiss der Agrarpolitiker zurückzuweisen. Ansonsten wäre das Greening und damit der zentrale Teil der EU-Agrarreform gescheitert. Es ist ein Fehler, den Zwischenfruchtanbau als ökologische Vorrangfläche anzuerkennen, da er keine Vorteile für die Stärkung der Biodiversität hat. Auch die Zulassung von Pestiziden beim Anbau von Leguminosen schadet der Artenvielfalt. Der dringend gebotene Schutz von Dauergrünland vor einem Umbruch zu Ackerland ist nicht gewährleistet. Dieses Greening ist Greenwashing“.

Zum Hintergrund:

Die nationale Umsetzung der Agrarreform wird in der kommenden Woche im Direktzahlungen-Durchführungsgesetz vom Deutschen Bundestag verabschiedet werden. Die ökologische Qualifizierung der Direktzahlungen (1. Säule) ist die wesentliche Neuerung der EU-Agrarreform. Sollten sich die Agrarpolitiker von CDU und SPD durchsetzen, wäre das Greening in Deutschland gescheitert.

In der Debatte um das Greening wird behauptet, Leguminosen könnten nicht ohne Pestizide und mineralische Düngemittel angebaut werden. Über 23.000 ökologisch wirtschaftende Bauern allein in Deutschland beweisen das Gegenteil. Die Ökobauern stehen bereit, ihre konventionellen Kollegen zu unterstützen und ihnen zu zeigen, wie das in der Praxis funktioniert.

Der Anbau von Leguminosen ist in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Es muss dringend in Züchtung und Forschung investiert werden. Deshalb würden auch die Ökobetriebe von vermehrtem, pestizidfreien Leguminosenanbau auf den Greeningflächen profitieren.

Bioland – Bundesverband
Kaiserstr. 18, 55116 Mainz

Gerald Wehde - Pressesprecher

Tel. 06131 2397920
Fax 06131 2397927
E-Mail: gerald.wehde(at)bioland.de

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